Was kostet es, eine App entwickeln zu lassen? Eine Studie hat dies in einer umfangreichen Befragung unter Entwicklungsstudios und Agenturen herausgefunden. Kernergebnis: Die Honorare, die ein Auftraggeber einer Agentur oder Dienstleister zahlen muss, schwankt dabei sehr stark, je nachdem für welche Zielplattform entwickelt werden soll.

Generell existieren für Apps zwei Berechnungsverfahren:

  • den Pauschalpreis und
  • den Preis pro Funktion

Die überwiegende Zahl der in Deutschland entwickelten Apps wird eher nach Einzelposten als nach Komplettpreis kalkuliert, so die Erhebung des Branchendienstes iBusiness.de.

Es existieren inzwischen zahlreiche App-Baukästen – die Preise fangen hier bei null Dollar an, durchschnittlich aufgerufen werden Preise ab 2.500 Euro – und etwa 50 Prozent Aufschlag für jede weitere Plattform. Ältere Umfragen sind für Deutschland zu dem Ergebnis gekommen, dass
selbst simple Anwendungen für unter 2.000 Euro quasi nicht zu entwickeln sind.

Die App-Honorar-Umfrage, die iBusiness durchgeführt hat, kommt zu deutlich höheren Werten. Zwar gibt es einzelne Entwickler und Agenturen, die angaben, Apps auch für unter 1.000 Euro zu realisieren, die meisten Agenturen nannten jedoch in der iBusiness-Umfrage deutlich höhere Preise. Aus den kumulierten Angaben kann man folgende Mittelwerte errechnen:

Durchschnittspreise für App-Entwicklung
Minimum Durchschnitt Maximum
einfache App 760 16.500 97.000
durchschnittliche App 2.450 23.000 105.000
komplexe App 6.000 79.000 520.000

(Quelle: iBusiness Honorarleitfaden)

Abgefragt hat die iBusiness-Redaktion drei verschiedene Komplexitätsstufen von Mobil-Apps:

  1. Entwicklung einer einfachen App
    Beispiel: Eieruhr
    (Wenig Logik, wenig Bildschirme, kein Backend-Zugriff, vorwiegend Verwendung von Standardkomponenten zur Gestaltung des Layouts und Designs mit minimalen Anpassungen)
  2. Entwicklung einer durchschnittlichen App
    Beispiel: Where-is-my-car-App
    (Kein eigenes Backend; evtl. Zugriff auf ein fremdes Backend; mehr Bildschirme, Menü, Konfigurationsmaßnahmen etc. als die einfache App; Verwendung von Standardkomponenten bei der Optik, deren Framework an ein eigenes Design angepasst wird)
  3. Entwicklung einer komplexen App
    Beispiel: EMail-Client; Online-Banking-App; neue, aufwendige Spiele
    (Eigenes Backend; viel eigene Logik und Komponenten; noch mehr Bildschirme, Menüs, Konfigurationsoptionen; Maßnahmen zur Stabilität notwendig z.B. Verhalten bei Internetverbindungsabbruch etc.; Zusätzliche Komponenten zur Umsetzung nicht-unterstützter Bedienkonzepte wie Drag&Drop, Anpassung der Optik nach eigenem Wunsch, die über das bestehende Framework hinausgehen)

Die ausführliche Dokumentation der in Deutschland verlangten Entwicklungshonorare erhalten alle Bezieher des iBusiness Honorarleitfaden. Er ist für 39,80 Euro online erhältlich.

Insgesamt listet der iBusiness Honorarleitfaden die Honorare für 87 Dienstleistungen für Interaktiv-Produktionen aus den Bereichen Beratung,
Grafik, Inhaltsproduktion, Programmierung, Marketing, Administration und Service.

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